Franzensbad - Kriegerdenkmal 3

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CZE Franzensbad

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Stefan_M schrieb am 04.06.2026 08:17 Uhr:

Das ursprüngliche Denkmal im heutigen Stadtpark von Franzensbad (Františkovy Lázně) wurde nach jahrelangen politischen Debatten im Juli 1927 als Gedenkstätte für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs eingeweiht. Nachdem der Stadtrat das Projekt aus Kostengründen und politischen Vorbehalten zunächst blockiert hatte, sicherten private Spenden und ein Frühlingsfest des örtlichen Hausfrauenvereins im März 1926 die Finanzierung. Nach der Standortfestlegung im oberen Kurpark im Oktober 1926 erhielt das renommierte Duo aus dem Bildhauer Johann Adolf Mayerl und dem Architekten Oskar Sgustav den Entwurfs- und Bauauftrag.Mayerl und Sgustav brachten wertvolle Erfahrung in das Projekt ein, da sie erst kurz zuvor, im Februar 1926, gemeinsam den Wettbewerb für das Kriegerdenkmal im nordböhmischen Jirkov (Görkau) gewonnen hatten. Für Františkovy Lázně reichten die beiden Künstler zunächst einen Entwurf mit dem Titel „Die trauernde Witwe“ ein, der jedoch im Denkmalkomitee keine ausreichende Unterstützung fand. Erfolg hatte schließlich ihr zweiter, heroischerer Entwurf: Eine monumentale, drei Meter hohe Bronzestatue, die einen kräftig gebauten, nackten männlichen Krieger darstellte, der sich auf seine Schulter stützte und einen typisch deutschen Stahlhelm trug. Sgustav konzipierte die architektonische Einbindung, während Mayerl die plastische Ausführung übernahm. Da der Stadtrat die Freigabe des alten Sockels der zuvor entfernten Kaiser-Franz-I.-Statue verweigerte, mussten die Künstler ein komplett neues Fundament planen, dessen gärtnerische Gestaltung die Stadt übernahm.Das von Mayerl und Sgustav geschaffene Werk, das bei der Enthüllung am 24. Juli 1927 als „schönstes Denkmal Westböhmens“ gefeiert wurde, überstand den Zweiten Weltkrieg jedoch nicht. Frühestens 1941 wurde die markante Bronzefigur demontiert und für Kriegszwecke eingeschmolzen. Nach Jahren als leerer Sockel bauten antifaschistische Kämpfer das Areal 1953 radikal um. Der verbliebene Sockel wurde mit einer Opferschale, einer Urnennische und einem Zitat des kommunistischen Autors Julius Fučík versehen. Nach dem Ende des Staatssozialismus im Jahr 1990 wurden diese Inschriften verdeckt, womit das Denkmal seine offizielle Bedeutung verlor.

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