Tilly in Rothenburg 1631 Die Vorgeschichte des Rothenburger Meistertrunks
Der Dreißigjährige Krieg stellte für Rothenburg ein Problem dar. Als evangelische Reichsstadt waren sie dem katholischen Kaiser Ferdinand II. zur Treue verpflichtet.
Auf der anderen Seite sympathisierten sie verdeckt mit dem evangelischen schwedischen König Gustav II. Adolf. Dieser besetzte im Oktober 1631 Würzburg.
Der kaiserlich-katholische Befehlshaber General Graf von Tilly versuchte, in Franken eine neue Verteidigungslinie aufzubauen. So geriet das militärisch und politisch eigentlich unbedeutende Rothenburg zwischen die Fronten.
Anfang Oktober 1631 befanden sich 800 Mann kaiserliche Truppen in der Stadt. Am 7. Oktober wurde in der Nähe Rothenburgs ein kaiserlicher Truppenverband von schwedischen Truppen vernichtend geschlagen.
Einen Tag später ergab sich die kaiserliche Besatzung Rothenburgs den schwedischen Truppen ohne Belagerung der Stadt.
Teile kaiserlichen Truppen meuterten und schlossen sich den Schweden an. der Rest durfte frei abziehen.
Die Schweden besetzten Rothenburg, doch schon zwei Wochen später erreichte Tilly mit der Hauptmacht des kaiserlichen Heeres die Gegend. Am 29. Oktober schlossen die kaiserlichen Truppen einen Belagerungsring um die Stadt.
Die Bürger Rothenburgs bereiteten sich darauf vor, die Stadt zusammen mit der schwedische Besatzung zu verteidigen. Am 30. Oktober begann der Beschuss der Stadt, insbesondere von Norden zwischen Klingen- und Galgentor.
Die Verteidiger brachten den Angreifern schwere Verluste zu (etwa 300 Mann) aber als in der Klingentorbastei gelagertes Schwarzpulver eine Explosion verursachte, stellte die schwedische Besatzung den Kampf ein. Die Schweden durften nach kurzer Verhandlung abziehen.
Wahrscheinlich in der Nacht von 30. zum 31. Oktober wurde die Stadt zur Plünderung(link is external) freigegeben. Der Stadtrat wurde festgehalten und mit dem Tode bedroht.
Es gelang ihm aber zu beweisen, dass die Stadt keinen Anteil an der Vernichtung der kaiserlichen Truppen und der Meuterei der ursprünglichen kaiserlichen Besatzung hatte. Wahrscheinlich hat sich auch die Stadtbevölkerung auf dem Marktplatz versammelt und um Gnade gebeten.
Es ist anzunehmen, dass Tilly die Stadt verschonte, da er nicht wollte, dass sich die Geschehnisse von Magdeburg wiederholten, wo seine Truppen wenige Monate zuvor die Bevölkerung massakrierten und die Stadt niederbrannten.
Nach einer anderen Erzählung soll der damalige Alt-Bürgermeister Georg Nusch auf Befehl General Tillys 3,25 Liter Wein auf einen Zug geleert und damit die Stadt vor der Zerstörung bewahrt haben. Aus diesem Anlass findet noch jährlich das Festspiel Der Meistertrunk statt.
Tilly in Rothenburg 1631 The Background to the Rothenburg Master Draught
The Thirty Years' War posed a problem for Rothenburg. As a Protestant imperial city, it was bound by loyalty to the Catholic Emperor Ferdinand II.
On the other hand, it secretly sympathized with the Protestant Swedish King Gustav II Adolf. He occupied Würzburg in October 1631.
The imperial Catholic commander, General Count von Tilly, attempted to establish a new defensive line in Franconia. Thus, Rothenburg, which was actually militarily and politically insignificant, found itself caught between the warring factions.
At the beginning of October 1631, 800 imperial troops were stationed in the city. On October 7, an imperial force was decisively defeated by Swedish troops near Rothenburg.
One day later, the imperial garrison of Rothenburg surrendered to the Swedish troops without a siege of the city.
Parts of the imperial troops mutinied and joined the Swedes. The rest were allowed to leave freely.
The Swedes occupied Rothenburg, but just two weeks later, Tilly arrived in the area with the main force of the imperial army. On October 29, the imperial troops established a siege ring around the city.
The citizens of Rothenburg prepared to defend the city alongside the Swedish garrison. On October 30, the bombardment of the city began, particularly from the north between the Klingentor and Galgentor gates.
The defenders inflicted heavy losses on the attackers (approximately 300 men), but when gunpowder stored in the Klingentor bastion exploded, the Swedish garrison ceased fighting. After brief negotiations, the Swedes were allowed to withdraw.
Probably during the night of October 30-31, the city was opened to plunder. The city council was detained and threatened with death.
He succeeded, however, in proving that the city had no part in the annihilation of the imperial troops or the mutiny of the original imperial garrison. It is likely that the townspeople also gathered in the marketplace and begged for mercy.
It is assumed that Tilly spared the city because he did not want a repeat of the events in Magdeburg, where his troops had massacred the population and burned the city to the ground just a few months earlier.
According to another account, the then-mayor, Georg Nusch, is said to have drunk 3.25 liters of wine in one go on General Tilly's orders, thus saving the city from destruction. The festival play "The Master Draught" is still performed annually to commemorate this event.
Tilly in Rothenburg 1631
Die Vorgeschichte des Rothenburger Meistertrunks
Der Dreißigjährige Krieg stellte für Rothenburg ein Problem dar. Als evangelische Reichsstadt waren sie dem katholischen Kaiser Ferdinand II. zur Treue verpflichtet.
Auf der anderen Seite sympathisierten sie verdeckt mit dem evangelischen schwedischen König Gustav II. Adolf. Dieser besetzte im Oktober 1631 Würzburg.
Der kaiserlich-katholische Befehlshaber General Graf von Tilly versuchte, in Franken eine neue Verteidigungslinie aufzubauen. So geriet das militärisch und politisch eigentlich unbedeutende Rothenburg zwischen die Fronten.
Anfang Oktober 1631 befanden sich 800 Mann kaiserliche Truppen in der Stadt. Am 7. Oktober wurde in der Nähe Rothenburgs ein kaiserlicher Truppenverband von schwedischen Truppen vernichtend geschlagen.
Einen Tag später ergab sich die kaiserliche Besatzung Rothenburgs den schwedischen Truppen ohne Belagerung der Stadt.
Teile kaiserlichen Truppen meuterten und schlossen sich den Schweden an. der Rest durfte frei abziehen.
Die Schweden besetzten Rothenburg, doch schon zwei Wochen später erreichte Tilly mit der Hauptmacht des kaiserlichen Heeres die Gegend. Am 29. Oktober schlossen die kaiserlichen Truppen einen Belagerungsring um die Stadt.
Die Bürger Rothenburgs bereiteten sich darauf vor, die Stadt zusammen mit der schwedische Besatzung zu verteidigen. Am 30. Oktober begann der Beschuss der Stadt, insbesondere von Norden zwischen Klingen- und Galgentor.
Die Verteidiger brachten den Angreifern schwere Verluste zu (etwa 300 Mann) aber als in der Klingentorbastei gelagertes Schwarzpulver eine Explosion verursachte, stellte die schwedische Besatzung den Kampf ein. Die Schweden durften nach kurzer Verhandlung abziehen.
Wahrscheinlich in der Nacht von 30. zum 31. Oktober wurde die Stadt zur Plünderung(link is external) freigegeben. Der Stadtrat wurde festgehalten und mit dem Tode bedroht.
Es gelang ihm aber zu beweisen, dass die Stadt keinen Anteil an der Vernichtung der kaiserlichen Truppen und der Meuterei der ursprünglichen kaiserlichen Besatzung hatte. Wahrscheinlich hat sich auch die Stadtbevölkerung auf dem Marktplatz versammelt und um Gnade gebeten.
Es ist anzunehmen, dass Tilly die Stadt verschonte, da er nicht wollte, dass sich die Geschehnisse von Magdeburg wiederholten, wo seine Truppen wenige Monate zuvor die Bevölkerung massakrierten und die Stadt niederbrannten.
Nach einer anderen Erzählung soll der damalige Alt-Bürgermeister Georg Nusch auf Befehl General Tillys 3,25 Liter Wein auf einen Zug geleert und damit die Stadt vor der Zerstörung bewahrt haben. Aus diesem Anlass findet noch jährlich das Festspiel Der Meistertrunk statt.
Tilly in Rothenburg 1631
The Background to the Rothenburg Master Draught
The Thirty Years' War posed a problem for Rothenburg. As a Protestant imperial city, it was bound by loyalty to the Catholic Emperor Ferdinand II.
On the other hand, it secretly sympathized with the Protestant Swedish King Gustav II Adolf. He occupied Würzburg in October 1631.
The imperial Catholic commander, General Count von Tilly, attempted to establish a new defensive line in Franconia. Thus, Rothenburg, which was actually militarily and politically insignificant, found itself caught between the warring factions.
At the beginning of October 1631, 800 imperial troops were stationed in the city. On October 7, an imperial force was decisively defeated by Swedish troops near Rothenburg.
One day later, the imperial garrison of Rothenburg surrendered to the Swedish troops without a siege of the city.
Parts of the imperial troops mutinied and joined the Swedes. The rest were allowed to leave freely.
The Swedes occupied Rothenburg, but just two weeks later, Tilly arrived in the area with the main force of the imperial army. On October 29, the imperial troops established a siege ring around the city.
The citizens of Rothenburg prepared to defend the city alongside the Swedish garrison. On October 30, the bombardment of the city began, particularly from the north between the Klingentor and Galgentor gates.
The defenders inflicted heavy losses on the attackers (approximately 300 men), but when gunpowder stored in the Klingentor bastion exploded, the Swedish garrison ceased fighting. After brief negotiations, the Swedes were allowed to withdraw.
Probably during the night of October 30-31, the city was opened to plunder. The city council was detained and threatened with death.
He succeeded, however, in proving that the city had no part in the annihilation of the imperial troops or the mutiny of the original imperial garrison. It is likely that the townspeople also gathered in the marketplace and begged for mercy.
It is assumed that Tilly spared the city because he did not want a repeat of the events in Magdeburg, where his troops had massacred the population and burned the city to the ground just a few months earlier.
According to another account, the then-mayor, Georg Nusch, is said to have drunk 3.25 liters of wine in one go on General Tilly's orders, thus saving the city from destruction. The festival play "The Master Draught" is still performed annually to commemorate this event.